Die Vielfalt ist eher am Schwinden, dem Zentrum entsteht an der Peripherie Konkurrenz. Und wer will von Flanieren in einer Stadt träumen, der es bisher nicht gelungen ist, den Fussgängern wirklich gerecht zu werden ?
Es sind viele Stakeholder, die ihre Ansprüche an die Innerstadt stellen. Die meisten leben ausserhalb und sehen die Innerstadt doch selbstverständlich als „ihre Stadt“. Das hält den Nutzungsdruck hoch. Nicht zuletzt, weil Alternativen in der Peripherie fehlen oder neuen, lukrativeren Zwecken geopfert werden.
Auf diesem stark genutzten historischen Areal hat sich eine Bevölkerungsgruppe zu behaupten, die man gern vergisst oder als privilegiert ansieht:
Die Bewohnerinnen und Bewohner. Wie müssen sie glücklich sein, dass sie so schön und erst noch in unmittebarer Nähe aller Bequemlichkeiten, die Kommerz und Kultur im Zentrum bieten, wohnen können!
Ein Zentrum ohne Bewohner, so prächtig es aussehen mag, verliert an Leben, verwahrlost und droht, zum Spielplatz dunkler Figuren zu werden. Denn die Bewohner und Bewohnerinnen sorgen schon aus eigenem Interesse für ihr Wohnumfeld. Sie pflegen ihre Häuser und Wohnungen, aber sie halten auch ein Auge auf. Ohne diese massvolle soziale Kontrolle würde vieles falsch laufen.
Um die Anliegen der Innerstadt-Bewohner kümmert sich der
Quartierverein Lääbe in der Innerstadt. Er bietet eine Plattform für Diskussionen um die künftigen Pläne der Stadterneuerung. Er wehrt sich gegen übertriebene und eingreifende Vorhaben, setzt sich aber für bestimmte Projekte schon auch mal massiv ein.
In den Mitwirkungsverfahren, die der Kanton aufgrund von Paragraph 55 in der Verfassung wahrscheinlich öfters durchführen wird, vertritt der QV (wie die übrigen neutralen Quartiervereine) seine Mitglieder und damit die Stadtbewohner links und rechts der Birsig.
Zudem wird er wohl vermehrt Orientierung über laufende Projekte und Verfahren bieten müssen.
Um mehr darüber zu erfahren, was die Mitglieder beschäftigt, wurde von Mai bis Juni eine ausführliche Umfrage unter den Mitgliedern durchgeführt. Sie zeigt, wo immer noch Probleme liegen und wie die Wahrnehmung sich derzeit darstellt.